WAYS - PUPPETS IN MOTION Figuren in Bewegung

Mehr als 2.000 Figuren aus Indien stehen in unseren Regalen, Vitrinen und Depots. Manche sind fragil, manche farbenprächtig, manche kaum erforscht. Sie kamen durch Sammler nach Lübeck – durch Netzwerke, Reisen, persönliche Beziehungen. Wie genau, wissen wir oft nicht. Das wollen wir ändern.

Gemeinsam & fair forschen


Seit Mai 2026 sind wir Teil von WAYS, dem Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes für faire und nachhaltige internationale Partnerschaften. Bundesweit wurden knapp 60 Projekte ausgewählt – wir sind dabei.

Was uns an diesem Programm wichtig ist: Es geht nicht darum, dass ein deutsches Museum eine fremde Sammlung erklärt. Es geht darum, gemeinsam herauszufinden, was diese Figuren bedeuten – für die Menschen, aus deren Kulturen sie stammen, und für uns als Museum, das sie aufbewahrt.

Unsere Partnerin ist Anurupa Roy vom Katkatha Puppet Arts Trust in Neu-Delhi. Sie ist Figurenspielerin, Kuratorin und eine der wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Figurentheaters weltweit. Und sie bringt etwas mit, das kein Archiv ersetzen kann: den lebendigen Blick auf das, was diese Figuren einmal waren – auf der Bühne, im Ritual, im Alltag.

Was wir herausfinden wollen

Unsere indische Sammlung ist der zweitgrößte Bestand im Haus. Viele Figuren gelangten durch Fritz Fey jun. nach Lübeck – ermöglicht auch durch die engen Kontakte seiner Frau Saraswati Fey nach Indien. Aber zwischen Herkunftsort und Vitrine liegt oft eine Geschichte, die wir noch nicht kennen.

In den kommenden Monaten reisen wir nach Indien, führen Gespräche und Workshops durch und recherchieren gemeinsam mit Anurupa Roy und ihrem Netzwerk. Was kommen wir heraus? Wo lagen diese Figuren, bevor sie hier standen? Und wie können wir das, was wir herausfinden, so erzählen, dass es für alle zugänglich wird – nicht nur für Fachleute?

Was danach entsteht

Am Ende der ersten Förderphase soll eine „Roadmap of Collaboration" stehen – kein Abschlussbericht, sondern ein lebendiges Dokument darüber, wie internationale Kulturpartnerschaften auf Augenhöhe funktionieren können. Ende 2026 beantragen wir die zweite Förderphase, in der aus der Recherche ein mehrjähriges Projekt werden soll.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

„Die Teilnahme ist bereits in dieser frühen Phase von besonderer Bedeutung – weil das Programm den Fokus ausdrücklich auf das Wie der Zusammenarbeit legt."
Dr. Antonia Napp, Direktorin KOLK 17

Gefördert im Programm WAYS der Kulturstiftung des Bundes

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