Die T-Spule im großen Saal
Schon bei der Planung des neuen Theatersaals wurde die Installation einer induktiven Hörschleife (auch T-Spule genannt) mitgedacht. Bisher fehlte allerdings jemand, der sich damit auskennt und die Anlage „zum laufen“ bringt.
Seit April unterstützt uns Annika mit ihrem technischen Know-How im Theater und hat das Thema auf ihre to-Do-Liste gesetzt.
Zunächst musste ein defektes Gerät getauscht und ein grober Test vorgenommen werden.
Schnell wurde klar, dass die gesamte Audioanlage im Saal umprogrammiert werden muss, um ein separates Audiosignal für die Hörschleife bereitstellen zu können.
Nachdem auch diese Hürde überwunden war, konnten wir dank Unterstützung der „Selbsthilfegruppe für Menschen mit Hörbeeinträchtigung in Lübeck und Umgebung“ (kurz: shg-hoeren-hl) verschiedene Einstellungen und Nutzungs-Szenarien der Hörschleife testen, Wissen austauschen und wichtige Erkenntnisse erlangen.
An dieser Stelle nochmals ein ganz großes Dankeschön an Frau Stock und die Teilnehmerinnen unseres Hörschleifentests vom 13. August!
Für alle Hörgeräte mit T-Spule und Cochlea-Implantate
Die Hörschleife kann von allen Menschen genutzt werden, die eine Hörhilfe mit T-Spule nutzen. Im Zweifel fragen Sie bei Ihrem Hörakustiker oder Ihrer Hörakustikerin nach.
Einstellungen sind sehr individuell
Die Handhabung ist je nach Hersteller und Modell verschieden. Im besten Fall hat man eine App, in der man das Mischverhältnis zwischen Umgebungs-Verstärkung und T-Spulen-Signal anpassen kann. Manchmal muss man sich verschiedene Programme beim Hörgeräte-Akustiker einstellen lassen, sodass diese über eine Programmtaste am Gerät selbst ausgewählt werden können.
Nur Sprache auf der Hörschleife
Das Hörschleifen-Audiosignal, das wir vom großen Saal auf die T-Spule schicken, enthält nur die Mikrofon-Signale der Figurenspieler-und Spielerinnen. Die Musik aus den Inszenierungen wird über die im Saal verteilten Lautsprecher ausgegeben.
Wenn eine Besucherin ihre beiden CI-Implantate auf 100% T-Spule stellt, wird sie die Musik im Saal nicht wahrnehmen können.
Wenn ein Besucher sein Hörgerät auf 100% Umgebungsverstärkung stellt, kommen zwar Musik und Sprachsignal über die großen Lautsprecher am Ohr an, aber er wird wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, das gesprochene Wort zu verstehen.
Lässt sich zum Beispiel ein Mischverhältnis aus 40% Umgebung und 60% T-Spule einstellen, so wird das gesprochene Wort klar und direkt über die T-Spule beim Hörer ankommen, während die Musik über die Lautsprecher wahrgenommen werden kann, ohne dass sie das Sprachverständnis beeinträchtigt.
Hier muss jeder und jede für sich ein wenig ausprobieren. Wenn Sie bei einem Besuch bei uns den Eindruck haben, die Hörschleife ist nicht laut oder klar genug eingestellt, kommen Sie gerne auf uns zu oder schreibe eine E-Mail an annika.herzog@kolk17.de.
Hörschleife bei allen Kobalt-Stücken im Abendprogramm aktiv
Damit wir ein Sprachsignal auf die Hörschleife schicken können, müssen die Figurenspieler- und Spielerinnen Mikrofone benutzen. Das ist aktuell noch nicht immer der Fall. Momentan können wir daher nur bei Stücken aus dem Abendprogramm des Kobalt Figurentheaters die Nutzung der Hörschleife zusagen.
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung!
Für uns ist die Benutzung einer induktiven Hörschleife noch neu. Geben Sie uns gerne Feedback, wenn Sie bei einer Abendveranstaltung die T-Spule genutzt haben. Oder noch besser: Wenn Sie eine Karte für ein Abendstück bei uns kaufen, sagen Sie uns gerne Bescheid, dass Sie von der T-Spule Gebrauch machen wollen.