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17 Jahre in der Redaktion „Das andere Theater“ der UNIMA Deutschland

von | Mai 13, 2021 | Meistgelesene, Vorhang auf, Wissen

Die Union Internationale de la Marionnette (UNIMA) wurde 1929 in Prag gegründet. Sie ist der Zusammenschluss aller am Figurentheater interessierter Menschen und hat sich bis heute stetig erweitert, sodass weltweit mittlerweile eine äußerst vielfältige Mitgliederstruktur entstanden ist. Die UNIMA ist heute strukturiert durch ca.100 nationale Zentren (www.unima.org), die sich untereinander fachlich und kulturpolitisch austauschen. Alle vier Jahre veranstaltet die Welt-UNIMA ein großes internationales UNIMA-Festival mit gleichzeitigem Kongress in immer wieder einem anderen Land der Welt. Hier wird die Politik der nächsten vier Jahre entschieden, wird über Öffentlichkeitsarbeit oder auch Hilfsmaßnahmen diskutiert, hier berichten thematisch aufgestellte internationale Kommissionen über ihre Arbeit und die einzelnen Zentren aus der Figurentheater-Arbeit in ihrem jeweiligen Land. 2025 ist der Kongress in Süd-Korea geplant.

Die DaT-Ausgaben von 2004 -2021


In Deutschland gab es viele Jahre lang zwei Zentren, eines für die DDR und eines für die BRD (www.unima.de). 1990 wurden beide Zentren zusammengelegt zur UNIMA Deutschland. Der damalige erste Vorsitzende der Puppenspieler Dieter Brunner, erfüllte sich einen alten Traum und löste die alten Vereinsmitteilungen im UNIMA-Rundbrief mit einer neuen Zeitschrift ab: Das andere Theater (DaT). Es wurde zunächst vierteljährlich erstellt, man engagierte eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die zusammen mit einer ehrenamtlichen Redaktion der Zeitschrift zu Kontinuität und Niveau verhelfen sollte. Aus hektografierten Blättern wuchs nach und nach eine 2x jährlich erscheinende Fachzeitschrift im Schwarz-Weiß-Druck.

Als die Redaktion die Zeitschrift aus der UNIMA herauslösen und als eigenständiges Fachmagazin, lediglich nur noch finanziert von der UNIMA, dem deutschen Zeitschriftenmarkt zuführen wollte, wünschte sich die Mitgliedschaft mit großer Mehrheit 2003 ein ganz neues Profil der Zeitschrift: Themen und Fachartikel sollten vor allem aus der Mitgliedschaft kommen bzw. die UNIMA-Szene deutlicher widerspiegeln. Christiane Klatt, Silke Technau, Stephan Schlafke übernahmen die ehrenamtliche Redaktion. Für das Layout wurde der Grafiker Martin Labedat gewonnen. Nun wurden Themenhefte nach Vorschlägen und Wünschen der Mitglieder z.B. aus der Jahreshauptversammlung konzipiert; bereitwillig wurde zu den Themen aufwändig recherchiert und gearbeitet. Es gelang der UNIMA, aus der wachsenden Mitgliederzahl die unterschiedlichsten Autor:innen zu immer wieder interessanten Beiträgen aus vielen Feldern des Figurentheaters zu motivieren. Im Lauf der Zeit arbeiteten in der Redaktion ost- und westdeutsche Mitglieder zusammen, tauschten sich aus, fanden ihre gemeinsame Sprache. Auch die Autor:innen waren und sind vielfältig und interdisziplinär. Theaterpraktiker:innen, Sammler:innen, Puppenspieler:innen, Therapeut:innen, Pädagog:innen, Wissenschaftler:innen verfassen Arbeitsberichte, Essays, Rezensionen, Themenhefte, schließen sich zu Gastredaktionsgruppen zusammen.

Die Zeitschrift ist durch das basisdemokratische Konzept sehr vielfältig geworden; die Beiträge sind besonders geprägt durch die authentischen Erfahrungen ihrer Autor:innen

Es entstanden „Länderhefte“: Was war eigentlich in unseren Nachbarländern los? Die Zentren der britischen, spanischen, polnischen, niederländischen und italienischen UNIMA lieferten Informationen, Kontakte, Partner:innen. Es entstanden zeitlose Themenhefte zu Papiertheater, Schattentheater, Masken, Puppentheater und NS-Zeit, Puppenspiel im Fernsehen, Museen und Sammlungen, Figurentheater und Pädagogik und Figurentheater und Therapie und viele andere – oder auch die Frage nach dem künstlerischen Selbstverständnis im Heft „Warum Puppe?“. Aber wichtige Festivals und auch viele andere Themen bildeten Schwerpunkte; dazwischen erschienen aber auch immer wieder Hefte mit aktuellen Artikeln ohne feste Themen.
Ab 2012 wurde das DaT als erste deutsche Figurentheaterfachzeitschrift durchgängig in Farbe gedruckt und kam so der Darstellung des bildnerischen Mediums Theaterfigur noch näher.

Sonderpublikationen der UNIMA unter Mitarbeit der DaT-Redaktion


Den harten Kern der Redaktion bilden Stephan Wunsch, Theater Rosenfisch aus Aachen, Silke Technau und Stephan Schlafke, KOBALT Figurentheater und Kolk 17 aus Lübeck, und der Grafiker Martin Labedat. Seit 2020 ist auch Dr. Antonia Napp, KOLK 17 Lübeck, in der Redaktion. Es entstanden im Laufe der Zeit weitere Sonderpublikationen.

neueste Ausgabe „Theater Szene 2021“

Für den alle vier Jahre stattfindenden UNIMA-Weltkongress haben wir jedesmal einen besonderen Bildband erstellt und dort verteilt. Jedes deutsche UNIMA-Mitglied kann sich darin mit einem Foto vertreten lassen. Nach Bundesländern geordnet gibt der Bildband jedesmal in über 100 Seiten Einblicke in die deutsche Szene, in Museen und Sammlungen, in Ausbildungsmöglichkeiten und länderübergreifende Arbeitskreise. So entsteht seit 2004 alle vier Jahre ein umfassender Bild-Überblick über das Figurentheatergeschehen in Deutschland. Der letzte Bildband ist gerade jetzt zu Ostern 2021 erschienen – der Weltkongress wurde coronabedingt von 2020 auf 2021 verschoben – und kann für den großen UNIMA-Kongress Ende April digital und analog verteilt werden.

Die nächste Ausgabe wird eine Jubiläumsausgabe werden, denn sie ist die 100. Ausgabe seit 1990

Die Theaterzeitschrift „Das andere Theater“ (DaT), herausgegeben von der UNIMA Deutschland
Redaktionsmitglieder seit 2004:
Christiane Klatt, Silke Technau, Stephan Wunsch, Stephan Schlafke, Rudi Strauch DaT 56 – 68
Christiane Klatt, Silke Technau, Stephan Wunsch, Stephan Schlafke DaT 69 – 70
Christiane Klatt, Silke Technau, Stephan Wunsch, Stephan Schlafke, Dr. Vera Viehöver DaT 71 – 75/76
Silke Technau, Stephan Wunsch, Stephan Schlafke, Dr. Vera Viehöver DaT 77 – 96
Silke Technau, Stephan Wunsch, Stephan Schlafke, Dr. Antonia Napp DaT 97 – …

Vorhang auf für noch mehr Figurentheater

4 Kommentare

  1. Br. Wolfgang Mauritz ofm

    Danke, einfach mal Danke für das DaT. Ich bin immer wieder begeistert von der Vielfalt, der kompetenten Redaktion, dem hervorragenden Layout und den interessanten Themen!
    Das DaT erwarten wir hier im Marionettentheater schon immer sehnsüchtig. Bitte macht weiter so. Liebe Grüße aus Vossenack in der Eifel

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  2. Detlef Heinichen

    Vielen Dank für diese tollen Beiträge und Denkanstöße. Heute ist Feiertag und ich stöbere ein wenig in fachlichen Gefilden herum. Besonders ist mir der Artikel „Kasper und die Nazis…“ in zweierlei Hinsicht aufgefallen. Zum einen, wegen Eures Stückes „Zasper“, ich habe es 86 noch sehen dürfen und dann der Bericht über Heidi und Martha. Den „Kasper“ habe ich ebenso besonders wie merkwürdig empfunden, was an meiner kurz vorherigen Übersiedlung aus der DDR lag. Ich erlebte ein völlig anderes, neues, Kasperbild, mit dem ich mich erst einmal auseinandersetzen mußte. Um ein Verständnis dafür zu bekommen galt es vieles andere zu beleuchten. Diese Inszenierung war ein Prozess, der viele Jahre zuvor schob begann und in Diskussionen und Erlebten wuchs. Dan, zum anderen, die erste weibliche Puppenbühne. Heidi habe ich noch kennenlernen dürfen und habe sie sehr geschätzt. Besonders, wenn man mit ihr allein im Gespräch war, erfuhr man unglaublich interessante Dinge, tragisch wie komisch. In Heidis Erzählungen steckte unheimlich viel Leben. Beim lesen dieses Artikels kamen auch mir wieder jede Menge Erinnerungen und Gedanken. Vielen Dank!

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  3. Arturo Ortiz Olvera

    Como Puedo adquirir. El último libro ilustrado se acaba de publicar para la Pascua de 2021 (el congreso mundial se pospuso de 2020 a 2021 debido a la corona) y se puede distribuir digital y analógicamente para el gran congreso de la UNIMA a finales de abril. soy Arturo Ortiz Olvera de la Ciudad de Mexico

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    • Charlotta Becker

      Hello, we are more than happy about your interest. If you would like to order the Web-version of DAT please contact us at: theater@kolk17.de

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