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Figuren, die Dir das Gruseln beibringen

von | Okt 31, 2020 | Blick ins Depot

Ich gebe zu, es lässt sich herrlich lustvoll schaudern, wenn ich weiß, der Nervenkitzel der Gruselgeschichte ist nicht real!  

Angeblich sei das Schauen von Horrorfilmen sogar stärkend für das Immunsystem. Und wenn die Anspannung abfällt, weil die Protagonisten, mit denen man sich identifiziert und mitgefiebert hat, es schaffen, sich aus der gruseligen Gefahr zu retten, fällt auch andere Spannung vom Zuschauer ab. 

Aber nach dem Sehen einiger Folgen der US-amerikanischen Krimiserie „Bones- Die Knochenjägerin“ empfinde ich mich als ziemlich abgestumpft! Die dort gezeigten menschlichen Überreste gruseln mich jedenfalls nicht mehr… Spinnen im Haus fange ich mit einem Glas und einer Postkarte und noch freue ich mich darüber, dass abends Fledermäuse zu sehen sind, denn bald beginnen sie ihren Winterschlaf. 

Jedoch ganz so abgeklärt bin ich dann doch nicht!   

Ich wünsche allen ein herrlich schauerliches Halloween

…und stelle die Figuren vor, die mir das Gruseln aus unterschiedlichen, aber aus realen Gründen beibringen: 

Wirre Fäden wie diese jagen uns einen Schauer der besonderen Art über den Rücken…

Die 5 ausdrucksstarken Geister aus „Die abenteuerliche Reise des kleinen Jo“ von Karl-Hans Bachmann haben mir auf Anhieb gefallen! Das Gruselige an den Geistern war, dass sie mit Bändern ausgestattet waren, an denen mehrere quadratische, verspiegelte Glasplättchen hingen und diese Bänder mit den Führungsfäden aus Angelsehne ein stattliches Knäuel bildeten, das zu entwirren eine gefühlte Ewigkeit in Anspruch nahm.  

Nichts für Spinnenphobiker: Unsere Vampirspinne

Als ich das erste Mal ein Foto der Vampirspinne von Xaver Schichtl sah, entfuhr mir ein lautes „Igitt“. Da passt es doch, dass die Spinne im Karton 13i zu Hause ist.  

Mit meinem Glas und einer Postkarte hätte ich auch keine Chance, denn mit einer Breite von 100cm und einer Tiefe von 80cm hat diese Marionette die Maße einer 20-jährigen Kamtschatkakrabbe aus der Barentssee! Von den gruselig verwirrten Fäden brauche ich gar zu reden, denn da muss ein Profi ran.  

Dennoch beim Herausholen und genauerer Betrachtung der Figur habe ich doch einige faszinierende Details gesehen: der sehr schön geschnitzte Kopf mit den Vampirzähnen lässt sich wie bei einer Streckmarionette herausziehen. Diese Marionette ist also eine Trickfigur!  

Und wie im richtigen Leben geht es nicht ohne Blessuren ab: einige Spinnenbeine brauchen Pflaster, da sie gebrochen sind.  

Erst auf den zweiten Blick wird klar, was es mit diesem Drachen auf sich hat. Denn der Kopf des Monsters ist nicht, was er zu sein scheint…

Wenn wir aber schon von Vampiren und Zombies sprechen: Richtig gruselig finde ich Figuren in unserer Sammlung, die ganz oder teilweise aus echten Tieren gefertigt sind. Wir haben es im Depot oft mit Figuren aus Naturmaterialien zu tun. Zahlreiche Schattenfiguren bestehen aus Esel- oder Büffelhaut. Aber wenn z.B. eine Figur des gestiefelten Katers ohne jede Verfremdung aus einer echten Katze gefertigt wurde, dann können wir diese nicht mehr präsentieren. Figurenspieler:Innen hatten es mit diesen Tierpräparaten natürlich auf dem Gruseleffekt abgesehen. Und der ist z.B. bei unserem Drachen mit echtem Hechtkopf ganz schön eindrücklich! 

Wir wünschen Happy Halloween!

Mehr einblicke in die Arbeit im Depot

2 Kommentare

  1. Pia

    Wunderbar! Vielen Dank für diesen toll geschriebenen Artikel und lebendigen Einblick am heutigen Halloween-Morgen. Das mit dem Hechtkopf ist schon schräg – aber: andere Zeiten, andere Bräuche. Zartbesaitet darf man in einem Theaterfundus definitiv nicht sein : )

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    • Ulrike Sonnenberg

      Sehr gern! Es stimmt, mitunter gilt es im Depot tief durchzuatmen und tapfer zu sein… Aber gleichzeitig gibt es so viel zu entdecken. Davon werden wir weiter berichten und freuen uns über jede Leserin und jeden Leser!
      Ganz herzliche Grüße aus dem Depot

      Ulrike Sonnenberg

      Antworten

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